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and the dozen plus HANDKE-SCRIPTMANIA sites. I welcome thoughtful critical comments on literary matters and especially for the Handke-Yugo blog. Michael Roloff, June 2010, Seattle.

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Saturday, March 26, 2016

MOSTBELOVED PRIZE CHILD BABY PETER HANDKE!

Follow summapolitico on TwitterThe latest prize is the Würth-Preis für Europäische Literatur, this entry will, over the course of time, account for most of these prizes and how Handke handled them, going back to the days of the Büchner, via Kafka, Serbian prizes,  Muehlheim, Ibsen...to what ought to be the prize of prizes for WORK that truluy DESERVES this so that it can be perpetuated and have world wide influence.
http://www.handke-nobel.scriptmania.com/

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/kultur/Einkehr-des-Sanftwuetigen;art4308,3753720 provides the fullest account, from which we can gather how much we missed. 


Einkehr des Sanftwütigen

Der Würth-Preis für Europäische Literatur geht an Persönlichkeiten, deren Leben und Werk europäische Kulturtradition widerspiegeln. In diesem Jahr war das der Schriftsteller Peter Handke.
WILHELM TRIEBOLD | 
Immer noch Sturm? Seit er im Balkan-Konflikt Partei für die Serben ergriff und vor zehn Jahren sogar zu Milosevics Beerdigung anreiste, umweht den Schriftsteller Peter Handke heftiger Gegenwind. Kaum wurden ihm wegen seiner literarischen Verdienste Auszeichnungen zugesprochen, geriet das prompt zum Politikum. Zum Beispiel der noble Heine-Preis: Erschrocken vollzogen die Düsseldorfer Stadträte die Rolle rückwärts. Oder der Mindener Candide-Preis: Plötzlich legte sich der Sponsor quer. Und als Handke in Oslo den hochdotierten Ibsen-Preis entgegennehmen wollte, wurde er von Demonstranten ausgebuht, obwohl er einen Teil des Preisgeldes für Kinder in Serbien reservierte - und den Rest verärgert zurückgab.
Es ging offenbar, bei all diesen Literaturpreis-Volten, nicht mehr um Literatur, sondern um Haltung. Handke schien zum politisch bestenfalls naiven Paria zu taugen, der sich doch lieber in den Elfenbeinturm des Dichters zurückziehen sollte. Es war mitunter unwürdiges Theater, dass sich da abspielte.
Wie schön, dass nun eine reibungslose, teilweise sogar heiter-entspannte Preisübergabe zu vermelden ist. Der mit 25.000 Euro dotierte Würth-Preis dürfte die bedeutendste Auszeichnung für "Europäische Literatur" sein, jedenfalls in Deutschland. Alle zwei Jahre wird er verliehen, seit ihn 1998 Hermann Lenz bekam. Die Laudatio hielt damals Peter Handke. Der verkündete zwar ein paar Jahre später, er wolle "grundsätzlich keine Preise mehr annehmen". Aber welcher Autor, der viel von sich hält, würde sich nicht doch über grundsätzliche Wertschätzung freuen? Zumal im Namen Europas.
So war es jetzt in der Stuttgarter Liederhalle die baden-württembergische Wissenschaftsministerin, die das Loblied auf die Vielfalt und Gemeinsamkeiten der europäischen Kultur sang. Theresia Bauer wünschte sich außerdem, dass Künstler und Wissenschaftler ihrer Verantwortung als Vorbilder nachkämen, um öffentlich für die europäische Idee einzutreten und klar Stellung zu beziehen. Da war er wieder, der politische Zungenschlag, zugunsten der sich direkt einmischenden Literatur. Dabei bekam Handke den Preis des Künzelsauer Schrauben-Multis in erster Linie für seine Abkehr oder besser Einkehr zugesprochen, wie sie durch die zurückliegenden Schaffensjahre verbrieft ist. Oder, wie die Jury begründete, durch das verfeinerte Lebensprinzip, "sich selbst beim Weltbeobachten" wahrzunehmen.
Das könnte man, unbedachtsam, auch Eskapismus nennen. Sigrid Löffler nennt es einen "entschlossenen Willen zur Weltfremdheit". Die Literaturkritikerin beendete nun als Sprecherin des Würth-Auswahlgremiums gleich mal jeden Anflug neuerlicher Debatten. Seine Gegner, so Löffler listig, sollten endlich anerkennen, "dass Handke als sein eigener Widersacher sie jederzeit überbietet". Spätestens mit seinem gerade in Wien uraufgeführten Schauspiel "Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße" habe sich der Autor vom "Jugoslawien-Komplex" verabschiedet und aus jenem Abseits befreit. "Ein Sanftwütiger rechnet ab mit der eigenen Sanftwut."
Und Handke selbst? Wirkte abgeklärt und beinahe hocherfreut inmitten dieser ganz und gar nicht feindseligen Umgebung, in der ihm alle gerecht werden wollten. Gerade auch der eigentliche Laudator des Abends. Nicht einer der sonst üblichen Wort- und Werkbetrachter aus zumeist literaturwissenschaftlicher Fach-Ecke. Sondern diesmal einer, der mit Handkes Sprache auch umgehen muss. Und zwar dort, wo sie wohl am verletzlichsten erscheint - auf der Bühne: der Schauspieler Jens Harzer. Richtig zu fassen bekam der das Idol allerdings nicht.
Das trat danach milde-ironisch ans Rednerpult: "Jesus hat gesagt, fürchtet euch nicht, ich bin da." Handke glaubte, nach der Laudatio "jetzt Angst vor mir selbst" haben zu müssen. "Ich bin aber kein Stiefsohn von Beckett." Eher sieht er sich in der Nähe eines Tolstoj oder Faulkner: "Ich bin ein epischer Mensch." Und er werde "den Traum und die Kraft, universal zu sein", weiter erfüllen.
Der 73-jährige Handke, Österreicher mit slowenisch-kärntnerischen Wurzeln, seit langem in Frankreich lebend, ist eigentlich der ideale Kontinentaleuropäer, sollte man annehmen. "Europa kann nicht sterben", entgegnete er dem französischen Ex-Premier Michel Rocard, der es gerade erst im "Parisien" für tot erklärt hat. Aber es hapert in Europa schon. So beklagte Handke, beim Metier des Übersetzens würde "der Atem und die Neugier der Völker" nicht über die Grenzen langen. Es gebe da keinen natürlichen Austausch.
Aus dem Kopf zitiert er einige Zeilen des verschrobenen Dichters Christian Wagner herbei, der hier ganz in der Nähe in Warmbronn zuhause war: "Dein die Himmel selbst und selbst die Sterne/ Wenn du Glanz hast für den Glanz der Ferne." Vielleicht, findet Handke, wäre das ja ein Anstoß für europäische Literaturpreise. "Dann sollte man diesen Preis in Künzelsauer Fernen-Preis umbenennen."

Journal der Jahre 2007 bis 2015

Notate Gerade erschienen sind im Salzburger Verlag Jung und Jung Peter Handkes Tagebuchnotizen "Vor der Baumschattenwand nachts - Zeichen und Anflüge von der Peripherie 2007-2015" (424 Seiten, mit 80 farbigen Illustrationen des Autors, 28 Euro). Es ist die vorläufig letzte Etappe der Handke-Journale über bald vier Jahrzehnte, die diesmal das Gewicht der Welt etwas leichter zu nehmen scheint. Es fehlen jetzt nur noch die Jahre 1991 bis 2006. Und diese Tagebuchnotizen hat der 1943 in Griffen geborene österreichische Schriftsteller bereits dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach übergeben.


Stuttgart/Künzelsau. Der österreichische Autor Peter Handke ist gestern mit dem 10. Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle statt. Für die Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden Harald Unkelbach, Sigrid Löffler, Anna Maria Carpi, Lars Gustafsson, Harald Hartung, Jürgen Wertheimer und Péter Nádas ist er längst ein „Klassiker der Gegenwartsliteratur“.
Peter Handke, geboren1942 in Griffen (Kärnten), reflektiert in seinem Werk seine grenzüberschreitenden Kulturerfahrungen und wurde für sein Schaffen als Epiker, Dramatiker, Dichter, Essayist und Übersetzer bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen erklärte er 2007 mit den Worten: „Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muss durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.“
Der mit 25.000 Euro dotierte Würth-Preis für Europäische Literatur würdigt literarische Bemühungen um die kulturelle Vielfalt Europas und wird alle zwei Jahre vergeben. Er wird vor allem an Persönlichkeiten verliehen, die im Schnittpunkt unterschiedlicher Kulturen arbeiten, die sich mit europäischen Kulturtraditionen auseinandersetzen oder sich Problemen widmen, die in ihrem Land erst durch europäische Einflüsse entstanden sind. Ausgezeichnet werden also Autorinnen und Autoren, deren Werk und Leben Reflex dieser besonderen Kulturerfahrungen sind. „All dies trifft auf Peter Handke in besonderem Maße zu“, so die Jury.

Preisträger Peter Handke mit Harald Unkelbach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth.
Foto: Würth
Jens Harzer, Schauspieler und Autor, betonte in seiner Laudatio, wie tiefgründig und melancholische die Werke von Handke anmuten. „Immer wieder, Buch für Buch ist das Allein-sein-müssen, die Verlassenheit das Zentrum, in das Handke seine Figuren zerrt. Und in welches sich die Helden selber zerren.“ Harzer selbst fühlt sich mit der literarischen Welt Handkes sehr verbunden. „Vieles was ich las, wurde zu meinem eigenen, oder besser gesagt: sollte auch zu meinem eigenen werden“.
Handke spricht sich in seiner Danksagung für eine geeinte Europäische Union aus und betont: „Europa kann nichts ersetzen“.
Die literarische Gattung spielt bei der Preisverleihung des Würth-Preises für Europäische Literatur keine Rolle. Die Jurymitglieder gehören als Literatur- und Kulturvermittler verschiedensten Sparten an. Theresia Bauer, Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, lobte Würth bei der Preisverleihung für das kraftvolle, nachdrückliche und verlässliche Engagement für Kultur. So trage der Preis dazu bei, europäische Identität und Bürgerbewusstsein zu stiften.

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